Das Jahr neigt sich dem Ende. Die Ereignisse überstürzen sich, dass es mir manchmal Angst macht. Viele Entscheidungen sind gefallen und wahre Herausforderungen konnte ich meistern.
Mit der Fahrerlaubnis, oder soll ich lieber Führerschein schreiben, in der Tasche rase ich durchs Land, Kurve um Kurve. Geschlagene sechs Monate brauchte ich, um die beliebte Plastikkarte mit meinem Namen darauf zu ergattern. Immer wieder verliess mich der Mut zwischendrin, der Glaube daran, so eine Maschine wie ein Auto jemals zu beherrschen. Meine Ratio ist hier gefragt und nicht meine Phantasie, die lieber mit dramatischen Geschichten gefüttert werden möchte, als klaren und nüchternen Anweisungen zu folgen.
Ein neues Zuhause wartet auf mich. Nach mehr als vier Monaten intensiver Suche ist der Hammer gefallen. Thomas, meine grosse Liebe seit zwei Jahren, und ich unterschrieben den Kaufvertrag. Grundstücke aller Art, in den verschiedensten Preisklassen, mit Aussicht auf schöne Landschaften und Schafen vor der Haustür, mit unheimlich viel Platz, ausgebauten Bädern, mit angenehmen Nachbarn und direkt an der Strasse, kurzum wir hatten die Qual der Wahl. Darüber hinaus wurde immer wieder gerechnet, was können wir uns leisten, was ist uns die neue Bleibe wert. Aber vor allem der Gedanke sich auf ein ganz neues Leben einzulassen, beschäftigte mich. Allen Ernstes aufs Land zu ziehen ohne die Impulse aus der Grossstadt zu spüren, ohne jegliche Fluchtmöglichkeit und schnelle Pflege von Freundschaften und Kontakten. Doch jetzt fühle ich genau das Richtige zu tun. Feggesund, ein kleines Örtchen am Limfjord, wo unser Haus aus dem Jahre 1898 steht mit einem Riesengarten dahinter, ist jetzt unsere Zukunft.Wie ich mich freue, diesen Ort zu prägen und einzunehmen, mich dort niederzulassen und die Natur zu geniessen, die Arbeit aufzunehmen und dort heimisch zu werden. Immer wieder zog es mich in die Ferne und der Aufbruch wartete auf mich am Horizont. Jetzt fühle ich angekommen zu sein, auf meine Reise.