Lars Kræmmer, der Erfinder des A R T M O N E Y, beschäftigt sich seit einiger Zeit mit einer Porträtserie ganz besonderer Art. Wenn man seine Bilder betrachtet, schaut man in Gesichter von Staatsmännern, beliebt und gefürchtet, verehrt und gehasst.
Es kommt auf die Gesinnung des Betrachters an. Hitler tauchte als Erster auf, gefolgt von Mao, Stalin, Pol Pot, Busch, Fogh und nun auch vom gestürzten Gadaffi. Alle haben sie Etwas gemeinsam: ihre Augen weinen. Farblich arbeitet er in den Grundfarben und ihren Nuancen, niemals mit Schwarz und Weiß, dafür viel mit gelblichen Tönen. Die Gesichter drücken Stärke, Kaltblütigkeit und Erhabenheit aus. Da wirken die Tränen, zum Teil gut versteckt, wie ein Anhängsel, wie eine symbolische Erklärung.
Ich besuchte Lars in seinem Atelier im Frühjahr und sah seine ersten Arbeiten in dieser Serie. Sie erinnerten mich an diese romantischen Fotos mit Kindern, deren Krokodilstränen aus den Augen kullerten. Diese Plakate waren sehr beliebt in den 80ern und schmückten zunächst Wohnungseinrichtungsfilialen und später etliche Kinderzimmerwände. Der Maler reagierte begeistert, als ich die Tränen erst beim zweiten Hinschauen entdeckte.
Ich mag diese Bilder nicht wirklich und finde sie künstlerisch mittelmäßig. Technisch sind sie so ausgeführt, daß das Wiedererkennen leicht fällt, was man beileibe nicht von allen Porträtmalern behaupten kann. Lars hat in dieser Serie was Neues Geschaffen, eine klare Linie und einen eigenständigen Ausdruck gefunden. Das will ich ihm anerkennen. Doch spricht es mich nicht wirklich an. Mir fehlt die Seele in den Bildern und ich werde das Gefühl nicht los, daß er an der Oberfläche bleibt.
Ihr könnt Euch selbst ein Urteil bilden bei Lars Kræmmer http://www.kraemmer.dk/
Diese Porträts waren im Sommer in Berlin zu sehen und sind jetzt im Rundetårn in Kopenhagen ausgestellt. Sie sind eine Reise wert.
